Samstag, 17. November 2007

Lehrstuhlausflug nach Österlen


Hej Leute,

Das damalige Lehrstuhlteam, also noch ohne Martin, dafür mit unserem mittlerweile promovierten Daniel und Athi mit Familie machte sich an einem Mittwoch nach Österlen auf. Das erste Ziel war der Nationalpark Stens Huvud (Stens Kopf) Nachdem die kleine Kowi, Athis Tochter (3 Monate alt) wollte bei unserer Ankunft erst mal gewickelt werden. Dann ging es hinunter zum Meer, wo ein alter Aalfischer seine Hütte hat. Auf einer Bank gab es dann Daniels Kaffee und den von mir mitgebrachten Marmorkuchen (ein Tassenrezept aus dem Internet, das mir natürlich prompt zusammengesunken ist. Dem entsprechend peinlich war es mir als die Schweden ihn gelobt haben und das Rezept wollten. Aber da ich nicht genug Zutaten für einen zweiten hatte blieb mir nix anderes übrig als ihnen diesen Scheiterhaufen zu kredenzen. Naja, typische Schwedische Höflichkeit eben. Danach sind wir dann auf die Hügel marschiert, die der gemeine Schwede stolz Berg nennt. Nachdem wir die Aussicht nach Süden auf dem Västerhuvud genossen hatten liefen wir ohne die Inder und Ola, die mit dem Auto folgten über den Norrahuvud nach Kivik, einem Fischerdorf, dass für seinen Apfelsaft und –wein und seine Aalfischerei bekannt ist. In Äpplens Hus, dem Apfelmuseum des Ortes haben wir uns dann angesehen wie echter Apfelsaft gemacht ist, einhundert verschiedene Apfelbäume und die ältesten Apfelbäume Schonens angesehen und auch dem Cider zugesprochen. Rosenquitten und Sanddorn, Maulbeere und Tranbeere sind neben verschiedenen Äpfeln übrigens auch noch zum Saften angebaut.

Dann ging es mit den Autos zum Hafen, wo Ola eine große Menge Fisch gekauft hat, den wir dann in seinem Sommerhaus auch gleich vertilgt haben. Danach folgte eine Partie Cube (Holzklotz-Zielwurf-Spiel aus Gotland) im Garten und einer Partie am Strand, bei der ich natürlich im entscheiden Moment daneben geworfen habe, weswegen wir verloren haben L.

Auf dem Weg zurück zu Olas Stuga, die übrigens voll von selbstgemalten Bildern seiner Tochter Hedda (9) hengt, hat er uns dann über die Rolle der Schweden im zweiten Weltkrieg erzählt. Hoch interessant! Dann hat Daniel im Garten Holz gespalten. Als gelernter Schreiner hat er sich das nicht nehmen lassen und wir haben Zeugen Jehovas gibt, die an der Tür klingeln. Als Athi dann gegrillt hat (In 3 Jahren Schweden vom Vegetarier zum Barbecuemeister) hatten wir am ende für 7 Carnivoren 20 Hamburger und 10 Kotletts. Dazu gab es zwei verschiedene Kartoffelsalate von Nanna und Knabberzeug von Dina. Siwa (Athis Frau) hat für die Vegetarier und Moslem-Fraktion für entsprechendes Futter gesorgt. War natürlich auch wieder superlecker. Danach folgte eine Diskussionsrunde zum Thema Nationalsstolz und die Heimfahrt nach Lund. Am nächsten Tag haben wir uns die Reste in der Uni noch mal schmecken lassen. Besonders gespannt sind wir alle noch auf die Schwarz-Weiß-Bilder, die Magnus den ganzen Tag mit seiner neuen Spiegelreflexkamera geschossen hat.

Die Chemie stimmt


Hi Leute,

da ich in den letzten 2 Wochen keinen Ausflug gemacht habe nutze ich die Zeit und erzähl Euch mal was von den Leuten und der Arbeit im Labor und unserem Lehrstuhlausflug nach Österlen von vor 3 Wochen oder so.

Also, Olas Arbeitsgruppe (eigentlich Prof. Dr. Ola F. Wendt, aber hier sind ja eh alle per du und Vornamen) geht es ziemlich familiär zu. Sie besteht z.Z. aus Ola selbst, einem Prof, der auch gerne selber im Labor steht und sich furchtbar für Geschichte interessiert, Emmanuel aus Kempala (Uganda) einem Mann der mindestens so schräg ist, wie die Chemie die er betreibt. Wolfram- und Silber-Poly-Metall-Oxide sind interessante Clusterverbindungen. Er macht gerade seine Dr.-Arbeit und wechselt zw. Uganda und hier hin und her. Dann ist da noch Nanna. Sie ist aus Visby (Gotland) und hat mit ihrem Liganden im Moment wenig Freude, weil sie einfach nicht reagieren wollen. Dina, oder eigentlich Elmedina, unsere Bosnierin lebt seit 13 Jahren in Malmö und hat das Glück das Nanna fehlt. Ihre Liganden reagieren wunderbar mit Iridium, Rhodium und Palladium. Mit diesen Komplexen versucht sie nun die ersten Katalysen. Nanna und Dina machen hier ihre Examensarbete, also so ne Art Diplomarbeit. Außerdem wäre da Magnus, Posaunist seiner Majestät (Militärzeit in der Kavallerie-Musikgarde der Leibwache des Königs) und bald frischgebackener Doktorand zum Thema Kleinmolekülaktivierung. Im Moment arbeitet er an einem Industrieprojekt über Palladiumkatalyatoren. Unser Neuzugang Martin aus Buxtehude. Es ist schön mal wieder ein deutsches Wort im Labor zu hören. Er ist ungefähr genauso schräg wie Emmanuel, deswegen verstehen sich die beiden auch so gut, denke ich. Im Moment hilft er aus, wo er gebraucht wird. Bis vor kurzem hatten wir noch einen indischen oder genauer gesagt tamilischen Post-Doc namens Athi. Seines Zeichens frischgebackener stolzer Vater einer Tochter und zuständig für unsere Ausbildung. Er ist Kristallograph und hat auch noch an Gold, Quecksilber, Thorium und Uran sowie den Lanthanoiden rumexperimentiert, bevor ich gekommen bin. Ja, meine Goldchemie läuft zZ besser als noch vor zwei Wochen. Nach 11 Wochen Dauerlaborfrust hat es endlich geklappt. Ich habe ein Produkt! Zwar in grottiger Ausbeute aber es existiert. Die Gaschromatographie hat es bewiesen. Und nun muss ich einfach noch das System optimieren. Naja, so einfach wird es sicher nicht, aber ich bin guter Dinge das ich zu mindest am Ende in der Anorganik nicht mit leeren Händen dastehe. Ja, generell gilt es zu sagen, dass die Verfügbarkeit der Geräte enorm groß ist. Wenn man ein NMR machen will macht man eben eines. Es ist so gut wie immer frei und auch noch gut. (500MHz, 4 Kanäle…) . Auch die GC teilen wir uns nur zu dritt. Macht wirklich Spaß hier zu arbeiten. Der Rest des Departments ist auch ziemlich nett. Besondere Erwähnung verdienen dabei Emilie, Malin, Narda, Eira, Kristoffer, Ulf, Harris und Carlos.

Ich denke für den Lehrstuhlausflug fang ich noch mal einen neuen Eintrag an.

Montag, 5. November 2007

Kullaberg


Liebe Freunde

Nachdem ihr nun ewig nix mehr von mir gehört habt (megasorry!) möchte ich mich nun zunächst mal mit einem Blogg bzgl. dem letzten WE wieder melden. Vielleicht kann ich irgendwann die fehlende Zeit nachtragen. Ich nehme es mir auf jeden Fall vor.

Also, am letzten Wochenende war ich mit der Miriam aus dem Erzgebirge und Doro und Michael am Kullaberg. Das ist eine Halbinsel nördlich von Helsingborg. Eigentlich handelt es sich bei dieser Halbinsel um die westlichen Ausläufer des Hallandsås, einem der „Mittelgebirge“ hier. Naja wie ihr oben sehen könnt ist es da auf jeden Fall wunderschön und deshalb wollten wir die 10 km von Arild nach Mölle wandern. Aber erst mal der Reihe nach.

Am Kullaberg war ich mit meiner Familie schon mal, als ich 15 war und es hat mir dort super gefallen und deshalb wollte ich mit meinen Leuten hier das schöne Herbstwetter, das wir z.Z. haben nutzen und einen Ausflug dorthin machen.

Also gesagt getan und pünktlich um 9:51 fuhren wir mit dem Öresund-Zug nach Helsingborg. Als wir dann in Helsingborg umsteigen wollten stellten wir fest, dass in Schweden am Sa ein Feiertag war und, dass deshalb nicht jeder Bus fuhr. Also mussten wir eine halbe Stunde warten und nutzten die Pause für ein Frühstück mit Salamibrot und Apfel im Busbahnhof von Helsingborg Centralen. Nach einer Stunde Busfahrt, die zum Teil am Meer entlang führte und deshalb immer wieder eine tolle Aussicht für uns parat hatte und einem hoch interessanten Gespräch über Michael und Doros Pilgerreise auf dem Jakobsweg kamen wir dann im malerischen Arild an, das für seine hübschen Häuschen und v.a. seine vielen unterschiedlichen Wetterhähne berühmt ist.

Etliche Fotos später fanden wir auch den Einstieg zum Wanderweg nach Kullens Fyr, dem Leuchtturm an der Spitze der Halbinsel. Bis dorthin hatten wir uns für den blauen, den sportlich gesehen herausforderndsten Weg entschieden. Die Investition in Wanderschuhe kurz vor meiner Abfahrt hat sich hier bezahlt gemacht. Es ging ständig auf nassem Laub bergauf und bergab. Des Öfteren sind wir knöcheltief im Morast versunken und der ein oder andere Kuhfladen hat uns auch aus der Nähe gesehen, aber dafür wurden wir auf diesen 7 km für die wir insg. 3 ½ Stunden reine Laufzeit gebraucht haben mit abwechslungsreichen Landschaften, Wäldern in allen Farben die der Herbst zu bieten hat, und Aussichten auf das Kattegatt belohnt, die diese Tour sicher zu einem Highlight meines Aufenthaltes hier machen. Von Heide bis auenlandgleichen grünen Hügeln, von Klippen bis kleinen Bächlein und von einsamen Höfen bis zum touristisch erschlossenen Leuchtturm war alles dabei. Tja, genau das ist es was für mich die Faszination dieses Landes hier ausmacht.

Kurz vor Einbruch absoluten Dunkelheit erreichten wir dann auch wieder geteerte Straßen und kamen um 16:40 an Kullens Fyr an. Wir waren am Ende unserer Kraft aber glücklich unser Ziel erreicht zu haben. Nachdem wir dann das ein oder andere „Wir waren da“-Beweis-Foto geschossen hatten, und die Nasen in den Westwind gehalten hatten marschierten wir dann in völliger Dunkelheit die 3 km Teerstraße nach Mölle, wo wir glorreich den Bus verpassten, was 100 min warten an der Bushaltestelle zur Folge hatte.

Als der Bus dann endlich kam war er voller angetrunkener Party people, die wohl in H-borg um die Häuser ziehen wollten. Ein ziemlicher Kontrast. Während ich das irgendwie lustig fand nahmen die anderen das zum Anlass dann im Zug unbedingt in eines dieser Stille-Abteile zu wollen.

Alles in allem ein wunderschöner Ausflug nachdem ich mit dem Gefühl ins Bett fiel etwas erreicht zu haben.

Bis bald

Mittwoch, 19. September 2007

Fahradkauf in Malmö


Hi Leute.

Ich wollt Euch eigentlich schon lange mal erzählen, wie es gekommen ist, das dieses schöne Fahrrad meines geworden ist.

Also, vor 2 Wochen habe ich beschlossen, nachdem ich zum 2. Mal in die Stadt gerannt bin weil mir der Buss weggefahren ist und ich einfach unabhängiger sein wollte und es auf die Zeit gerechnet wohl doch billiger ist, dass ich ein Fahrrad brauche. Schon unter der Woche habe ich versucht ein gebrauchtes in Lund zu erstehen, aber das is schier unmöglich. Die Gurken, die es gibt kosten ein Vermögen und taugen einfach gar nix. Die Nachfrage ist in einer Stadt mit 30.000 Studenten einfach viel zu groß.

Also hab ich mit der Miriam aus dem Erzgebirge einen Ausflug nach Malmö gemacht. Mit gelben Seiten und Stadtplan bewaffnet sind wir dann losgezogen. haben den Store Torg mal ohne Konzert drauf gesehen und die Innenstadt erkundet.

Am vom Bahnhof aus gesehen anderen Ende der Fußgängerzone (Triangeln) haben wir dann das erste mal in den Stadtplangeschaut und ein paar Fahrradläden lokalisiert. Frohen Mutes zogen wir los. Zunächst natürlich in Richtung Synagoge, weil gleich den richtigen Weg nehmen kann ja jeder. Als wir dann unseren Irrtum bemerkt hatten und die durchaus beachtliche Strecke zum Fahrradladen zurückgelegt hatten, hatte dieser seit 10 Minuten zu. Also sind wir weiter zum 2. auf unserer Liste. Laut Stadtplan war die Straße auch nur zwei Querstraßen weiter und alles hätte wunderschön sein können hätten wir nicht zu Nr. 23 gemusst. Der Nobelvägen kreutzte zwar genau da wo wir ihn vermuteten allerdings bei Nr. 140. 3 km später erreichten wir dann relativ hungrig, weil gerade Mittag war, den Fahrradladen. Er hatte noch offen und ich kaufte das obige Rad,das billigste im Laden. Immerhin ist es gut in Schuss und fährt. Im Vergleich zu meinem Achsbruchpatienten in Deutschland durchaus bemerkenswert. Danach wurde der Hunger in einer Pizzeria gestillt und wir machten uns auf in den Kungsparken (Euch vielleicht aus Wallanders erstem Fall ein Begriff). Der Versuch sich dann auch noch die Festung Malmöhus zu Gemüte zu führen scheiterte an deren Öffnungszeiten. Also verbrachten wir den Rest unseres Aufenthalts am Hafen (als wir ihn endlich gefunden hatten, da Miriam den Stadtplan verloren hatte) und guckten einen Trimaran beim anlegen zu.

Als wir dann, mit dem gefundenen Fahrrad und eigentlich auch dem restlichen Tag ganz zu frieden mit dem Zug im Veierabendverkehr in Lund eintrudelten is dann gleich mal das Licht kaputt gegangen. Mittlerweile hab ich eines mit Batterie. Trotzdem war der Tag gelungen.

Hoffe ihr müsst auf meinen nächsten Post nicht so lange warten wie auf diesen. Genug zu erzählen hab ich auf jeden Fall. Viele Grüße an alle!

Donnerstag, 6. September 2007

Exkursion nach Österlen

Hej allihopa!

Am Freitag vor 2 Wochen war Willkommensparty für Austauschstudenten. Vorbereitet wurde das Ganze durch ein Brönnboll-Spiel mit der Mentorengruppe zum Vorglühen. Insgesammt keine schlechte Veranstaltung. Schnell hatte sich ein deutsch-österreichischer Tisch gebildet. Der Abend endetet dann in der Gründung der DSA-Gruppe Lund mit Miriam aus dem Erzgebirge und Serena aus Mantova (Italien), die auch in meinem Schwedischkurs war. Leider hat uns dann noch Kriseldis (Düsseldorf) aus dem Sprachkurs erklärt, dass sie am nächsten Tag nach Hause fahren muss, weil sie sich ein Bandscheibenproblem zugezogen hat, das in Schweden nicht behandelt werden kann. Naja, es wurde später und am nächsten Tag sollte ja der von der Uni organisierte Ausflug nach Österlen (Küstenlandstrich in Südostschonen zw. Ystad und Simrishamn)stattfinden.

Prompt hab ich verpennt und mir is der Stadtbuss vor der Nase davongefahren. Es war schon 8:40 und ich musste um 9:00 am Dom sein, wo der Buss der Uni losfuhr. Nachdem der nächste Stadtbuss erst eine Stunde später kommen sollte blieb mir nix anderes übrig als die 5 km zum Dom zu rennen. Kurz davor mir die Cola des Vortages noch mal durch den Kopf gehen zu lassen kam ich dort an. Gerade schaffte ich es noch den Buss zu erreichen. Neben mich setzte sich Tamás, ein ungarischer Chemieingeneur und Hobbyornithologe. Mit ihm und ein paar Grazer Chemikern kam ich ins Gespräch.

Erstes Ziel des Ausflugs war Ales Stenar, das Schwedische Stonehenge. Einige von Euch waren da ja auch schon. Vor mehr als 1000 Jahren haben hier Wikinger eine Schiffssetzung gebaut, die auch als Kalender dienen kann. Das ganze liegt außerdem relativ exponiert, wodurch immer ein ziemlich starker Wind weht.

Nachdem wir für den Schweizer Patrick etwas Vegetarisches zu Essen gefunden hatten (Eine Leistung im Fischräucherei-Dorf Kåseberga)ging es weiter nach Glimmingehus. Eine Festung, die noch im Originalzustand von 1499 erhalten ist. Dort liesen wir uns von einem Militärhistoriker in Mittelalterkleidung durch die Anlage führen und versuchten einen Sturm auf die Festung. Die imense Vielzahl an Fallen in dieser Festung war beeindruckend. Leider konnte die Festung nie als solche genutzt werden, denn nur 4 Monate nach Fertigstellung wurde die Kanone erfunden, womit die Dänen, die Glimmingehus gebaut haben einfach nicht rechnen konnten.

Zuhause angekommen hab ich dann Eure Poster aufgehängt und die Bilder von meiner Bude geschossen, die ich Euch letzte Woche geschickt habe.

Viele Grüße an Euch alle!

Montag, 3. September 2007

Hammerfall in Malmö


Ok, ich weiß ich bin reichlich spät dran, aber ich will Euch natürlich nicht vorenthalten, dass ich am Do, also jetzt vor 10 Tagen auf nem Hammerfall Konzert im Rahmen des Malmöfestivalen war. Ich bin gleich nach dem Schwedisch kurs hingefahren und war 2 Stunden zu früh da um auch ja ne gute Fotoposition zu haben und es hat sich gelohnt. Nachdem ich einen Döner mit Wildschweinfleich gegessen hatte (Die Schweden legen jede Form von Wild auf ihre Döner, Wilschwein macht sich da ganz gut, kostet aber leider ca. 5,50 Euro. Ich musste das trotzdem mal probiert haben und dafür war ja der Eintritt um sonst) Naja, als es dann endlich losging hatte sich so ungefähr alles zwischen 14-jährigem "Ich-bin-so-böse-weil-ich-hör-Him-und-manchmal-sogar-Heavy-Metal"-Girlie und gestandenen Alt-Rockern, die um mich versammelt und natürlich auch jede Menge echte schwedische Metaller. Letztere standen u.a. direkt hinter mir, so dass es dann auch ziemlich abging während dem Konzert. Hammerfall hat eigentlich, mal wieder abgesehen von "At the end of the rainbow" alles gespielt was Rang und Namen hat. Und je älter die Songs wurden, desto mehr haben mitgegrölt. Die Metalheadz unter Euch kennen das ja. Hab auch ein paar tolle Fotos machen können. Noch dazu is der Schlagzeuger (Anders) aus Schonen. Interessant fand ich auch, dass diesmal Oskar, also der dunkelhaarige Gitarrist, teilweise die Lieder gesungen hat. Sehr grölfreundlich, da Bass. Leider haben sie dann bei "Hammerfall" und "Hearts on fire" das Moschen (*kopf einzieh* schreibt man das so?) angefangen. Aber nachdem ich meinen Rucksack gerettet habe, war das auch kein Problem mehr. Alles in allem auf jeden Fall ein geiles Erlebnis, Hammerfall zu Hause zu sehen.

Dienstag, 28. August 2007

Arrival Day


Hi Leute,

von dieser stelle aus möchte ich Euch in Zukunft über mein Befinden hier im "gelobten Land" Schweden auf dem laufenden halten. Ich werde versuchen wenigstens einmal in der Woche was zu schreiben. An der Woche, die es nun immerhin gedauert hat, bis ich hier sowohl Internet hatte als auch die Zeit gefunden habe mich hin zu setzen und diese Posts (ich hoffe, dass es mehrere werden bevor ich in den Schwedisch-Kurs muss) zu schreiben.

Also, dann will ich mal mit dem Anfang anfangen.

Nachem ich mich am 19.8. um 20:56 schweren Herzens von meiner Miriam losreißen musste fuhr ich mit einem RE nach Nürnberg, wo ich dann in einen Nachtzug nach Kopenhagen/Köpenhamn umgestiegen bin. Mein Fehler war, dass ich zu diesem Zeitpunkt schon 11 Stunden wach war, aber dazu später mehr. Das Abteil in dem ich saß war außer dem Mü (ein Komillitone aus BT) noch mit 3 Interrailern (2 Deutsche und ein Portugiese) und einer Business-Woman aus Neumünster besetzt. Mit unserem ganzen Gepäck saßen wir da drinnen wie die Sardinen in der Dose. Nachdem wir nun die ein oder andere Stunde durch die Nacht gefahren waren wollten die anderen irgendwo auf Höhe Fulda schlafen. Für mich ein absolut ausichtsloses Unterfangen. Ich war einfach zu groß und die Wagen der Dänischen Reichsbahn sind einfach unbequem. Also zogen Mü und ich uns auf den Gang vor den Abteilen zurück. Mü um am Boden ausgestreckt zu schlafen, ich um zu lesen, was ich dann auch bis Flensburg also immerhin 6 Stunden lang tat. Zwischen Neumünster und Flensburg war es hell gworden, so dass wir gut feststellenkonnten wo wir die deutschdänische Grenze passierten. Zum eigentlichen Eklat in meinen Augen kam es in Padborg, dem ersten dänischen Bahnhof. Wie ihr vielleicht wisst dürfen seit dem 1.4. in DK nur noch EU-Ausländer einreisen. Andere brauchen auf Grund dortiger brauner Regierungsbeteiligung einen driftigen Grund. So waren bei der Passkontrolle sämtliche Schweizer gezwungen den Letter of Acceptance der Uni Lund aus ihren Koffern zu kramen. Viel schlimmer fand ich allerdings, dass man einen alleine reisenden Inder und eine Indische Familie mit zwei Kindern ( ca. 5 und 8 Jahre alt) abgeführt hat. Danach ging es über einige Brücken und die Insel Fyn nach Sjaelland und damit an Roskilde vorbei nach Kopenhagen. Umsteigen mit vollem Gepäck und wach seit 26 Stunden in einenvöllig überfüllten Öresundsta°g nach Lund. Die Strecke verläuft auf dänischer Seite fast komplett unterirdisch und führt am Kopenhagener Flughafen Kasturp vorbei. Dann kam sie, die Öresundsbrücke, die zweitgrößte Brücke Europas. Die schienen verlaufen hier unter der Straße, so dass man die gigantische Hängekonstruktion leider nicht sehen kann aber es war dennoch toll endlich schwedischen Boden unter die Füße zu bekommen. Schläartig wechselte die Beschriftung im Zug von dänisch auf schwedisch und die Ansage über Lautsprecher ebenso. Es war toll. Eine Stunde später stiegen wir in Lund aus dem Zug, wo uns Horden von Mentoren in roten T-Shirts erwarteten. In ebenso roten Kleinbussen wurden wir dann ins Gebäude der akademischen Vereinigung gebracht. Dort hies es nach studenlangem Schlangestehen. Für Schwedischkurse anmelden, sich für die Uni einschreiben, und das Highlight: Den Wohnungsschlüssel bekommen und gesagt bekommen wo man hier untergebracht ist. Östra Torn, heißt mein Wohnheim. Das sagte mir gar nichts. Es war im Internet nicht verzeichnet gewesen, denn es war anscheinend nicht geplant hier Ausländische Studenten unterzubringen. Man hat sich dann wohl wegen der großen Wohnungsknappheit hier doch dafür entschieden. Naja, Nach 4 Stunden in irgendwelchen Schlangen und mittlerweile 32 Stunden wach brachte mich dann ein weiterer Kleinbuss nach Ö Torn. Zusammen mit Claire aus Kanada, Sarah aus Australien sowie Jan aus Göttingen. Nach kurzer Suche fanden wir unsere Wohnanlage. Sie ist niegelnagel neu (Baujahr 2006) und das Appartment, das ich bekommen habe ist mehr als 40m² groß und schön eingerichtet. Auch in der Küche fehlt es an nichts. Ja, ich habe eine richtige Küche mit Kühlschrank, Gefrierschrank, Herd, Küchentisch für 5 Pers usw. Auch der Rest ist einwandfrei. Nur mit der Dusche hab ich noch nicht richtig um zu gehen gelernt. Ich setze immer das komplette Bad unter wasser, da der Duschvorhang erst 30 cm über dem Boden beginnt. Nach kurzer Erkundungs und Einkaufstour zusammen mit den anderen aus dem Buss bin ich dann nach ca. 34h endlich ins Bett gefallen, wo ich die nächsten 13h verpennt hab.