Samstag, 17. November 2007

Lehrstuhlausflug nach Österlen


Hej Leute,

Das damalige Lehrstuhlteam, also noch ohne Martin, dafür mit unserem mittlerweile promovierten Daniel und Athi mit Familie machte sich an einem Mittwoch nach Österlen auf. Das erste Ziel war der Nationalpark Stens Huvud (Stens Kopf) Nachdem die kleine Kowi, Athis Tochter (3 Monate alt) wollte bei unserer Ankunft erst mal gewickelt werden. Dann ging es hinunter zum Meer, wo ein alter Aalfischer seine Hütte hat. Auf einer Bank gab es dann Daniels Kaffee und den von mir mitgebrachten Marmorkuchen (ein Tassenrezept aus dem Internet, das mir natürlich prompt zusammengesunken ist. Dem entsprechend peinlich war es mir als die Schweden ihn gelobt haben und das Rezept wollten. Aber da ich nicht genug Zutaten für einen zweiten hatte blieb mir nix anderes übrig als ihnen diesen Scheiterhaufen zu kredenzen. Naja, typische Schwedische Höflichkeit eben. Danach sind wir dann auf die Hügel marschiert, die der gemeine Schwede stolz Berg nennt. Nachdem wir die Aussicht nach Süden auf dem Västerhuvud genossen hatten liefen wir ohne die Inder und Ola, die mit dem Auto folgten über den Norrahuvud nach Kivik, einem Fischerdorf, dass für seinen Apfelsaft und –wein und seine Aalfischerei bekannt ist. In Äpplens Hus, dem Apfelmuseum des Ortes haben wir uns dann angesehen wie echter Apfelsaft gemacht ist, einhundert verschiedene Apfelbäume und die ältesten Apfelbäume Schonens angesehen und auch dem Cider zugesprochen. Rosenquitten und Sanddorn, Maulbeere und Tranbeere sind neben verschiedenen Äpfeln übrigens auch noch zum Saften angebaut.

Dann ging es mit den Autos zum Hafen, wo Ola eine große Menge Fisch gekauft hat, den wir dann in seinem Sommerhaus auch gleich vertilgt haben. Danach folgte eine Partie Cube (Holzklotz-Zielwurf-Spiel aus Gotland) im Garten und einer Partie am Strand, bei der ich natürlich im entscheiden Moment daneben geworfen habe, weswegen wir verloren haben L.

Auf dem Weg zurück zu Olas Stuga, die übrigens voll von selbstgemalten Bildern seiner Tochter Hedda (9) hengt, hat er uns dann über die Rolle der Schweden im zweiten Weltkrieg erzählt. Hoch interessant! Dann hat Daniel im Garten Holz gespalten. Als gelernter Schreiner hat er sich das nicht nehmen lassen und wir haben Zeugen Jehovas gibt, die an der Tür klingeln. Als Athi dann gegrillt hat (In 3 Jahren Schweden vom Vegetarier zum Barbecuemeister) hatten wir am ende für 7 Carnivoren 20 Hamburger und 10 Kotletts. Dazu gab es zwei verschiedene Kartoffelsalate von Nanna und Knabberzeug von Dina. Siwa (Athis Frau) hat für die Vegetarier und Moslem-Fraktion für entsprechendes Futter gesorgt. War natürlich auch wieder superlecker. Danach folgte eine Diskussionsrunde zum Thema Nationalsstolz und die Heimfahrt nach Lund. Am nächsten Tag haben wir uns die Reste in der Uni noch mal schmecken lassen. Besonders gespannt sind wir alle noch auf die Schwarz-Weiß-Bilder, die Magnus den ganzen Tag mit seiner neuen Spiegelreflexkamera geschossen hat.

Die Chemie stimmt


Hi Leute,

da ich in den letzten 2 Wochen keinen Ausflug gemacht habe nutze ich die Zeit und erzähl Euch mal was von den Leuten und der Arbeit im Labor und unserem Lehrstuhlausflug nach Österlen von vor 3 Wochen oder so.

Also, Olas Arbeitsgruppe (eigentlich Prof. Dr. Ola F. Wendt, aber hier sind ja eh alle per du und Vornamen) geht es ziemlich familiär zu. Sie besteht z.Z. aus Ola selbst, einem Prof, der auch gerne selber im Labor steht und sich furchtbar für Geschichte interessiert, Emmanuel aus Kempala (Uganda) einem Mann der mindestens so schräg ist, wie die Chemie die er betreibt. Wolfram- und Silber-Poly-Metall-Oxide sind interessante Clusterverbindungen. Er macht gerade seine Dr.-Arbeit und wechselt zw. Uganda und hier hin und her. Dann ist da noch Nanna. Sie ist aus Visby (Gotland) und hat mit ihrem Liganden im Moment wenig Freude, weil sie einfach nicht reagieren wollen. Dina, oder eigentlich Elmedina, unsere Bosnierin lebt seit 13 Jahren in Malmö und hat das Glück das Nanna fehlt. Ihre Liganden reagieren wunderbar mit Iridium, Rhodium und Palladium. Mit diesen Komplexen versucht sie nun die ersten Katalysen. Nanna und Dina machen hier ihre Examensarbete, also so ne Art Diplomarbeit. Außerdem wäre da Magnus, Posaunist seiner Majestät (Militärzeit in der Kavallerie-Musikgarde der Leibwache des Königs) und bald frischgebackener Doktorand zum Thema Kleinmolekülaktivierung. Im Moment arbeitet er an einem Industrieprojekt über Palladiumkatalyatoren. Unser Neuzugang Martin aus Buxtehude. Es ist schön mal wieder ein deutsches Wort im Labor zu hören. Er ist ungefähr genauso schräg wie Emmanuel, deswegen verstehen sich die beiden auch so gut, denke ich. Im Moment hilft er aus, wo er gebraucht wird. Bis vor kurzem hatten wir noch einen indischen oder genauer gesagt tamilischen Post-Doc namens Athi. Seines Zeichens frischgebackener stolzer Vater einer Tochter und zuständig für unsere Ausbildung. Er ist Kristallograph und hat auch noch an Gold, Quecksilber, Thorium und Uran sowie den Lanthanoiden rumexperimentiert, bevor ich gekommen bin. Ja, meine Goldchemie läuft zZ besser als noch vor zwei Wochen. Nach 11 Wochen Dauerlaborfrust hat es endlich geklappt. Ich habe ein Produkt! Zwar in grottiger Ausbeute aber es existiert. Die Gaschromatographie hat es bewiesen. Und nun muss ich einfach noch das System optimieren. Naja, so einfach wird es sicher nicht, aber ich bin guter Dinge das ich zu mindest am Ende in der Anorganik nicht mit leeren Händen dastehe. Ja, generell gilt es zu sagen, dass die Verfügbarkeit der Geräte enorm groß ist. Wenn man ein NMR machen will macht man eben eines. Es ist so gut wie immer frei und auch noch gut. (500MHz, 4 Kanäle…) . Auch die GC teilen wir uns nur zu dritt. Macht wirklich Spaß hier zu arbeiten. Der Rest des Departments ist auch ziemlich nett. Besondere Erwähnung verdienen dabei Emilie, Malin, Narda, Eira, Kristoffer, Ulf, Harris und Carlos.

Ich denke für den Lehrstuhlausflug fang ich noch mal einen neuen Eintrag an.

Montag, 5. November 2007

Kullaberg


Liebe Freunde

Nachdem ihr nun ewig nix mehr von mir gehört habt (megasorry!) möchte ich mich nun zunächst mal mit einem Blogg bzgl. dem letzten WE wieder melden. Vielleicht kann ich irgendwann die fehlende Zeit nachtragen. Ich nehme es mir auf jeden Fall vor.

Also, am letzten Wochenende war ich mit der Miriam aus dem Erzgebirge und Doro und Michael am Kullaberg. Das ist eine Halbinsel nördlich von Helsingborg. Eigentlich handelt es sich bei dieser Halbinsel um die westlichen Ausläufer des Hallandsås, einem der „Mittelgebirge“ hier. Naja wie ihr oben sehen könnt ist es da auf jeden Fall wunderschön und deshalb wollten wir die 10 km von Arild nach Mölle wandern. Aber erst mal der Reihe nach.

Am Kullaberg war ich mit meiner Familie schon mal, als ich 15 war und es hat mir dort super gefallen und deshalb wollte ich mit meinen Leuten hier das schöne Herbstwetter, das wir z.Z. haben nutzen und einen Ausflug dorthin machen.

Also gesagt getan und pünktlich um 9:51 fuhren wir mit dem Öresund-Zug nach Helsingborg. Als wir dann in Helsingborg umsteigen wollten stellten wir fest, dass in Schweden am Sa ein Feiertag war und, dass deshalb nicht jeder Bus fuhr. Also mussten wir eine halbe Stunde warten und nutzten die Pause für ein Frühstück mit Salamibrot und Apfel im Busbahnhof von Helsingborg Centralen. Nach einer Stunde Busfahrt, die zum Teil am Meer entlang führte und deshalb immer wieder eine tolle Aussicht für uns parat hatte und einem hoch interessanten Gespräch über Michael und Doros Pilgerreise auf dem Jakobsweg kamen wir dann im malerischen Arild an, das für seine hübschen Häuschen und v.a. seine vielen unterschiedlichen Wetterhähne berühmt ist.

Etliche Fotos später fanden wir auch den Einstieg zum Wanderweg nach Kullens Fyr, dem Leuchtturm an der Spitze der Halbinsel. Bis dorthin hatten wir uns für den blauen, den sportlich gesehen herausforderndsten Weg entschieden. Die Investition in Wanderschuhe kurz vor meiner Abfahrt hat sich hier bezahlt gemacht. Es ging ständig auf nassem Laub bergauf und bergab. Des Öfteren sind wir knöcheltief im Morast versunken und der ein oder andere Kuhfladen hat uns auch aus der Nähe gesehen, aber dafür wurden wir auf diesen 7 km für die wir insg. 3 ½ Stunden reine Laufzeit gebraucht haben mit abwechslungsreichen Landschaften, Wäldern in allen Farben die der Herbst zu bieten hat, und Aussichten auf das Kattegatt belohnt, die diese Tour sicher zu einem Highlight meines Aufenthaltes hier machen. Von Heide bis auenlandgleichen grünen Hügeln, von Klippen bis kleinen Bächlein und von einsamen Höfen bis zum touristisch erschlossenen Leuchtturm war alles dabei. Tja, genau das ist es was für mich die Faszination dieses Landes hier ausmacht.

Kurz vor Einbruch absoluten Dunkelheit erreichten wir dann auch wieder geteerte Straßen und kamen um 16:40 an Kullens Fyr an. Wir waren am Ende unserer Kraft aber glücklich unser Ziel erreicht zu haben. Nachdem wir dann das ein oder andere „Wir waren da“-Beweis-Foto geschossen hatten, und die Nasen in den Westwind gehalten hatten marschierten wir dann in völliger Dunkelheit die 3 km Teerstraße nach Mölle, wo wir glorreich den Bus verpassten, was 100 min warten an der Bushaltestelle zur Folge hatte.

Als der Bus dann endlich kam war er voller angetrunkener Party people, die wohl in H-borg um die Häuser ziehen wollten. Ein ziemlicher Kontrast. Während ich das irgendwie lustig fand nahmen die anderen das zum Anlass dann im Zug unbedingt in eines dieser Stille-Abteile zu wollen.

Alles in allem ein wunderschöner Ausflug nachdem ich mit dem Gefühl ins Bett fiel etwas erreicht zu haben.

Bis bald