Hi Leute,
von dieser stelle aus möchte ich Euch in Zukunft über mein Befinden hier im "gelobten Land" Schweden auf dem laufenden halten. Ich werde versuchen wenigstens einmal in der Woche was zu schreiben. An der Woche, die es nun immerhin gedauert hat, bis ich hier sowohl Internet hatte als auch die Zeit gefunden habe mich hin zu setzen und diese Posts (ich hoffe, dass es mehrere werden bevor ich in den Schwedisch-Kurs muss) zu schreiben.
Also, dann will ich mal mit dem Anfang anfangen.
Nachem ich mich am 19.8. um 20:56 schweren Herzens von meiner Miriam losreißen musste fuhr ich mit einem RE nach Nürnberg, wo ich dann in einen Nachtzug nach Kopenhagen/Köpenhamn umgestiegen bin. Mein Fehler war, dass ich zu diesem Zeitpunkt schon 11 Stunden wach war, aber dazu später mehr. Das Abteil in dem ich saß war außer dem Mü (ein Komillitone aus BT) noch mit 3 Interrailern (2 Deutsche und ein Portugiese) und einer Business-Woman aus Neumünster besetzt. Mit unserem ganzen Gepäck saßen wir da drinnen wie die Sardinen in der Dose. Nachdem wir nun die ein oder andere Stunde durch die Nacht gefahren waren wollten die anderen irgendwo auf Höhe Fulda schlafen. Für mich ein absolut ausichtsloses Unterfangen. Ich war einfach zu groß und die Wagen der Dänischen Reichsbahn sind einfach unbequem. Also zogen Mü und ich uns auf den Gang vor den Abteilen zurück. Mü um am Boden ausgestreckt zu schlafen, ich um zu lesen, was ich dann auch bis Flensburg also immerhin 6 Stunden lang tat. Zwischen Neumünster und Flensburg war es hell gworden, so dass wir gut feststellenkonnten wo wir die deutschdänische Grenze passierten. Zum eigentlichen Eklat in meinen Augen kam es in Padborg, dem ersten dänischen Bahnhof. Wie ihr vielleicht wisst dürfen seit dem 1.4. in DK nur noch EU-Ausländer einreisen. Andere brauchen auf Grund dortiger brauner Regierungsbeteiligung einen driftigen Grund. So waren bei der Passkontrolle sämtliche Schweizer gezwungen den Letter of Acceptance der Uni Lund aus ihren Koffern zu kramen. Viel schlimmer fand ich allerdings, dass man einen alleine reisenden Inder und eine Indische Familie mit zwei Kindern ( ca. 5 und 8 Jahre alt) abgeführt hat. Danach ging es über einige Brücken und die Insel Fyn nach Sjaelland und damit an Roskilde vorbei nach Kopenhagen. Umsteigen mit vollem Gepäck und wach seit 26 Stunden in einenvöllig überfüllten Öresundsta°g nach Lund. Die Strecke verläuft auf dänischer Seite fast komplett unterirdisch und führt am Kopenhagener Flughafen Kasturp vorbei. Dann kam sie, die Öresundsbrücke, die zweitgrößte Brücke Europas. Die schienen verlaufen hier unter der Straße, so dass man die gigantische Hängekonstruktion leider nicht sehen kann aber es war dennoch toll endlich schwedischen Boden unter die Füße zu bekommen. Schläartig wechselte die Beschriftung im Zug von dänisch auf schwedisch und die Ansage über Lautsprecher ebenso. Es war toll. Eine Stunde später stiegen wir in Lund aus dem Zug, wo uns Horden von Mentoren in roten T-Shirts erwarteten. In ebenso roten Kleinbussen wurden wir dann ins Gebäude der akademischen Vereinigung gebracht. Dort hies es nach studenlangem Schlangestehen. Für Schwedischkurse anmelden, sich für die Uni einschreiben, und das Highlight: Den Wohnungsschlüssel bekommen und gesagt bekommen wo man hier untergebracht ist. Östra Torn, heißt mein Wohnheim. Das sagte mir gar nichts. Es war im Internet nicht verzeichnet gewesen, denn es war anscheinend nicht geplant hier Ausländische Studenten unterzubringen. Man hat sich dann wohl wegen der großen Wohnungsknappheit hier doch dafür entschieden. Naja, Nach 4 Stunden in irgendwelchen Schlangen und mittlerweile 32 Stunden wach brachte mich dann ein weiterer Kleinbuss nach Ö Torn. Zusammen mit Claire aus Kanada, Sarah aus Australien sowie Jan aus Göttingen. Nach kurzer Suche fanden wir unsere Wohnanlage. Sie ist niegelnagel neu (Baujahr 2006) und das Appartment, das ich bekommen habe ist mehr als 40m² groß und schön eingerichtet. Auch in der Küche fehlt es an nichts. Ja, ich habe eine richtige Küche mit Kühlschrank, Gefrierschrank, Herd, Küchentisch für 5 Pers usw. Auch der Rest ist einwandfrei. Nur mit der Dusche hab ich noch nicht richtig um zu gehen gelernt. Ich setze immer das komplette Bad unter wasser, da der Duschvorhang erst 30 cm über dem Boden beginnt. Nach kurzer Erkundungs und Einkaufstour zusammen mit den anderen aus dem Buss bin ich dann nach ca. 34h endlich ins Bett gefallen, wo ich die nächsten 13h verpennt hab.