Montag, 5. November 2007

Kullaberg


Liebe Freunde

Nachdem ihr nun ewig nix mehr von mir gehört habt (megasorry!) möchte ich mich nun zunächst mal mit einem Blogg bzgl. dem letzten WE wieder melden. Vielleicht kann ich irgendwann die fehlende Zeit nachtragen. Ich nehme es mir auf jeden Fall vor.

Also, am letzten Wochenende war ich mit der Miriam aus dem Erzgebirge und Doro und Michael am Kullaberg. Das ist eine Halbinsel nördlich von Helsingborg. Eigentlich handelt es sich bei dieser Halbinsel um die westlichen Ausläufer des Hallandsås, einem der „Mittelgebirge“ hier. Naja wie ihr oben sehen könnt ist es da auf jeden Fall wunderschön und deshalb wollten wir die 10 km von Arild nach Mölle wandern. Aber erst mal der Reihe nach.

Am Kullaberg war ich mit meiner Familie schon mal, als ich 15 war und es hat mir dort super gefallen und deshalb wollte ich mit meinen Leuten hier das schöne Herbstwetter, das wir z.Z. haben nutzen und einen Ausflug dorthin machen.

Also gesagt getan und pünktlich um 9:51 fuhren wir mit dem Öresund-Zug nach Helsingborg. Als wir dann in Helsingborg umsteigen wollten stellten wir fest, dass in Schweden am Sa ein Feiertag war und, dass deshalb nicht jeder Bus fuhr. Also mussten wir eine halbe Stunde warten und nutzten die Pause für ein Frühstück mit Salamibrot und Apfel im Busbahnhof von Helsingborg Centralen. Nach einer Stunde Busfahrt, die zum Teil am Meer entlang führte und deshalb immer wieder eine tolle Aussicht für uns parat hatte und einem hoch interessanten Gespräch über Michael und Doros Pilgerreise auf dem Jakobsweg kamen wir dann im malerischen Arild an, das für seine hübschen Häuschen und v.a. seine vielen unterschiedlichen Wetterhähne berühmt ist.

Etliche Fotos später fanden wir auch den Einstieg zum Wanderweg nach Kullens Fyr, dem Leuchtturm an der Spitze der Halbinsel. Bis dorthin hatten wir uns für den blauen, den sportlich gesehen herausforderndsten Weg entschieden. Die Investition in Wanderschuhe kurz vor meiner Abfahrt hat sich hier bezahlt gemacht. Es ging ständig auf nassem Laub bergauf und bergab. Des Öfteren sind wir knöcheltief im Morast versunken und der ein oder andere Kuhfladen hat uns auch aus der Nähe gesehen, aber dafür wurden wir auf diesen 7 km für die wir insg. 3 ½ Stunden reine Laufzeit gebraucht haben mit abwechslungsreichen Landschaften, Wäldern in allen Farben die der Herbst zu bieten hat, und Aussichten auf das Kattegatt belohnt, die diese Tour sicher zu einem Highlight meines Aufenthaltes hier machen. Von Heide bis auenlandgleichen grünen Hügeln, von Klippen bis kleinen Bächlein und von einsamen Höfen bis zum touristisch erschlossenen Leuchtturm war alles dabei. Tja, genau das ist es was für mich die Faszination dieses Landes hier ausmacht.

Kurz vor Einbruch absoluten Dunkelheit erreichten wir dann auch wieder geteerte Straßen und kamen um 16:40 an Kullens Fyr an. Wir waren am Ende unserer Kraft aber glücklich unser Ziel erreicht zu haben. Nachdem wir dann das ein oder andere „Wir waren da“-Beweis-Foto geschossen hatten, und die Nasen in den Westwind gehalten hatten marschierten wir dann in völliger Dunkelheit die 3 km Teerstraße nach Mölle, wo wir glorreich den Bus verpassten, was 100 min warten an der Bushaltestelle zur Folge hatte.

Als der Bus dann endlich kam war er voller angetrunkener Party people, die wohl in H-borg um die Häuser ziehen wollten. Ein ziemlicher Kontrast. Während ich das irgendwie lustig fand nahmen die anderen das zum Anlass dann im Zug unbedingt in eines dieser Stille-Abteile zu wollen.

Alles in allem ein wunderschöner Ausflug nachdem ich mit dem Gefühl ins Bett fiel etwas erreicht zu haben.

Bis bald

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